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Die kleine Farblehre Drucken
Additive Farbmischung
Kameras arbeiten mit der additiven Farbmischung. Das heißt, Farben, die im gleichen Verhältnis gemischt werden, ergeben Weiß. Es werden dazu lediglich die drei Grundfarben Rot, Blau und Grün benötigt.
Wenn das Licht durch das Objektiv fällt, erreicht es in der Kamera den Strahlenteiler, der das weiße Licht in die drei Grundfarben aufteilt und das Licht einer Farbe zu einem entsprechenden Chip leitet. Daher gibt es insgesamt 3 CCD Chips (für Rot, Blau und Grün) hinter dem Strahlenteiler. Diesen drei Chips verdanken die Kameras auch den Namen 3CCD-Kamera. Aus den drei Grundfarben können alle anderen Farben gemischt werden, indem man Ihre Intensität verändert. Für das Videobild bedeutet dies: Ändert sich das Mischverhältnis der Farben, kommt es zu anderen Farben oder Farbstichen im Bild.

Verschiedene Lichtzusammensetzungen
Das uns täglich umgebende Licht – sei es Sonnenlicht oder Licht von künstlichen Beleuchtungskörpern – kann ebenfalls auf die drei Grundfarben reduziert werden, doch weist es jeweils andere Mischungsverhältnisse auf. Tageslicht zu Mittag hat mehr Blauanteile als bei untergehender Sonne. Auch künstliches Licht hat unterschiedliche Mischungsverhältnisse, so dass die überwiegende Farbe den Gesamteindruck bestimmt.

Farbtemperatur
Wie viel Anteile einer bestimmten Farbe im Licht vorhanden sind bzw. welche Farbe überwiegt, bestimmt man mit der Farbtemperatur, die in Kelvin ausgedrückt wird.
Dazu ein kleiner Ausflug in ein theoretisches Denkmodell. Anhand eines so genannten schwarzen Strahlers erklärt man die Verteilung der Farbtemperatur.

Der schwarzen Strahler gehört zu den Temperaturstrahlern, das heißt, er erhält eine Färbung erst, wenn er erhitzt wird. Ansonsten ist er schwarz – so schwarz, dass kein Licht auf ihn reflektieren kann – ein schwarzes Loch. Das ist die theoretische Vorstellung von einem schwarzen Strahler. Etwas Ähnliches lässt sich an einem Stück Kohle verdeutlichen. Ein Kohlestück ist im kalten Zustand schwarz. Leider reflektiert Tageslicht auf der Oberfläche, so dass es nicht ganz den Vorstellungen des theoretischen Grundmodells entspricht.
Wird die Kohle erhitzt, färbt sie sich rot. Nimmt man einen Blasebalg und erhöht die Temperatur der Kohle, nimmt sie eine immer hellere Färbung an, bis man chließlich eine blaue Flamme sieht. Die Temperatur, die der Strahler annimmt, wird nicht in Celsius, sondern in Kelvin gemessen. Der Kameramann spricht bei bestimmten Lichtverhältnissen von einer Farbtemperatur, z. B. 3 200 Kelvin. 0 Kelvin entspricht -273 °C, 273 K entsprechen 0 °C.

Bei fortlaufender Erhitzung verändert sich die Zusammensetzung des Lichtes. Je wärmer der Körper wird, desto mehr Blauanteile strahlt er aus.

Kerze 2000 K
Glühlampe 2800 K
Scheinwerfer 3 200 K
Sonne 12 h 5000 K
Sonne 15 h 5500 K
Blauer Himmel 8000 K

Für Bilder ohne Farbstich muss die Kamera abgeglichen werden. Das Licht soll für die Kamera neutral erscheinen. Es darf also kein Farbbestandteil überwiegen. Der Prozess, der dies ermöglicht, wird als Weißabgleich bezeichnet.

Der Vorgang des ißabgleichs
Beim Weißabgleich wird die Kamera auf eine weiße Fläche gerichtet. Als Fläche bietet sich ein Blatt Papier an. Die Fläche sollte von dem Licht angestrahlt werden, mit dem das Motiv beleuchtet wird. Auf dem weißen Untergrund kann die Kamera erkennen, wie die Farbzusammensetzung aussieht. Wenn bei Kunstlicht der rote Bestandteil überwiegt, wird in der Kamera der Blauanteil verstärkt und umgekehrt. Das Resultat: Die drei Grundfarben sind zu gleichen Teilen im Licht vorhanden und ergeben ein neutrales Licht – die weiße Fläche wird weiß abgebildet.

Manuell veränderter Weißabgleich
In einigen Fällen möchte man, dass ein Farbteil überwiegt. Beispielsweise bei Aufnahmen von Personen, die dank wärmerer Farben (= größerer Rotanteil) gesünder oder natürlicher wirken. Gesichter bekommen manchmal trotz Abgleich einen zu bläulichen Charakter bei zu kaltem Umgebungslicht (hoher Blauanteil). Doch auch wenn weiße Reflexionen auf das Gesicht scheinen, bekommt das Gesicht einen kränklich aussehenden Farbton. Erhöht man den Rotanteil, fängt man diese Wirkung etwas ab. Auch ist für die gestalterische Arbeit häufig ein Farbstich erwünscht.

Bei den modernen digitalen Kameras lässt sich der Weißabgleich in den Kameramenüeinstellungen manuell verändern. Der Kameramann kann hier das Weiß in den wärmeren oder kälteren Bereich verschieben.
Bei Kameras ohne Menü gibt es einen kleinen Trick. Der Weißabgleich wird auf einem farbigen Weiß vorgenommen. Zu diesem Zweck hält der Kameramann ein kleines Filter vor das Objektiv. Man kann beliebige Farbfilter benutzen. Soll ein Farbstich entfernt werden, der trotz korrektem Weiß vorhanden ist, hält man ein Filter der Komplementärfarbe vor die Optik.
Beispiel: Wenn Sie beim Weißabgleich einen Blaufilter vor die Kamera halten, so wird das Bild danach wärmer wirken. Durch das Filter überwiegt der Blauanteil auf dem Weiß und zum Ausgleich erhöht die Kamera den Rotanteil. Mit dieser Methode können auch lästige grüne Farbstiche von Neonröhren entfernt werden. Die Komplementärfarbe von Grün ist Mangenta. Mit einem Mangentafilter können Sie also einen Grünstich aufheben.

Kleiner Tipp für Hauttöne. Die meisten japanischen Videokameras neigen zu einem höheren Blauanteil. Hauttöne wirken nach einem Weißabgleich auf 1/4 Orange viel wärmer und natürlicher.
Als Farbfilter eignen sich Musterfilterfächer mit feinen Farbabstimmungen und unterschiedlichen Farbintensitäten der einzelnen Farben (besonders Rot- und Blautöne).
Bei digitalen Kameras ist die Einstellung weniger kompliziert, da im Menü eine feinere Abstimmung der Farben möglich ist.


Bildkontinuität bei mehrtägigen Dreharbeiten
Der Weißwert bestimmt die Farbwerte innerhalb eines Beitrages. Wenn sich die Dreharbeiten über mehrere Tage hinziehen, muss auf das Weiß besonders geachtet werden.
Prägen Sie es sich ein, und speichern Sie die Weißwerte, mit denen Sie am häufigsten arbeiten. Für den gesamten Dreh können Sie dann das gleiche Weiß anwenden. Im Zweifelsfall schauen Sie sich einen Teil der Einstellungen des Vortages an und versuchen, das gleiche Weiß abzugleichen.

Von Mediabook Verlag zur Verfügung gestellter Artikelauszug des Buches Professionelle Kameratechnik und Aufnahmegestaltung
 
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