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Aufnahme Beispiele aus der Praxis Drucken
Die folgenden Praxisbeispiele zeigen, welche Fragen vor einem Drehtermin geklärt werden müssen. Mit zunehmender Routine merkt man, dass es sich eigentlich immer um die gleichen Fragen handelt.

Aufnahmen eines Redners
Nur in Ausnahmefällen benötigen Redakteure die ungeschnittene Version einer Rede.
In den meisten Fällen werden ein oder mehrere Redeausschnitte ausgewählt und in einen Beitrag geschnitten. Fehlende Aussagen des Redners können auch durch den Kommentar abgefangen werden. Die Zwischenschnitte sind dafür ein guter Teppich.

Kameraposition
Bei der Wahl des Kamerastandortes müssen Sie folgende Fragen stellen:
Wo steht die Kamera möglichst schwingungsfrei?
An welchem Standort rennt niemand durch das Bild?
Wo schaut der Redner optimal platziert ins Publikum und in Richtung Kamera?
Wo strahlt mir kein Bühnen- oder Publikumslicht in das Objektiv?
Von wo aus kann man gleichzeitig Publikumszwischenschnitte machen?

Ein nicht unwesentlicher Punkt ist die Stromversorgung. Sichern Sie sich eine Steckdose für Ihr Netzgerät, wenn die Konferenz länger dauert und die Kamera durchgehend den Rednerton aufnehmen muss.
Für gewöhnlich stellt man die Kamera so auf, dass der Redner mühelos an der Kamera vorbeischaut. Unabhängig von der Bildgestaltung sollte man darauf achten, dass die Kamera mit Stativ nicht mitten im Weg steht. Bei kleineren Veranstaltungen stellt man das Stativ meist hinter die letzte Zuschauerreihe. Das hat allerdings den Nachteil, dass man die Zuschauerreaktionen nur von hinten aufnehmen kann. Steht man mittig im Raum, kann man einen Teil des Publikums als Zwischenschnitt von der Seite oder von vorn filmen.

Achsensprung bei Aufnahmen eines Redners mit zwei Kameras
Mit zwei Kameras gibt es kein Problem, was Zwischenschnitte angeht. Eine Kamera nimmt den Redner auf, die andere die Publikumszwischenschnitte. Die zweite Kamera würde nur dann kurzzeitig den Redner aufnehmen, wenn bei der ersten der Akku oder die Kassette ausgewechselt werden muss. Besondere Aufmerksamkeit gilt in einer Zweikamera-Situation der Handlungsachse. Hat man sich einmal mit der ersten Kamera für eine Achse entschieden, darf man mit der zweiten Kamera nicht über diese hinwegspringen.

In einer einfachen Drehsituation ist die erste Kamera mittig frontal auf den Redner gerichtet. Die zweite beobachtet das Publikum. Es handelt sich hierbei um eine klassische Schuss-Gegenschuss-Anordnung. Die erste Kamera schaut frontal auf den Redner, die zweite frontal auf das Publikum.

Nun kommt es zu einem typischen Problem aus der Praxis. Der Veranstalter möchte nicht, dass die Kamera mitten im Durchgang steht. Der Kameramann versetzt sie einen Schritt zur Seite. Das kann aber genau der Schritt auf die falsche Seite sein. Wenn die zweite Kamera vom Publikum aus gesehen links steht und die erste Kamera einen Schritt nach rechts versetzt wird, ist der Achsensprung perfekt. Es ist nur ein kleiner Sprung, der aber beim Schnitt Schwierigkeiten bereitet.

Die zweite Kamera zeigt das Publikum zwar von vorn, aber durch die leicht seitliche Positionierung auch ein wenig im Profil. Übertrieben ausgedrückt, blicken die Köpfe des Publikums von rechts nach links. Die erste Kamera schaut nun nicht mehr frontal auf den Kopf des Redners, sondern leicht von der Seite, der Redner ebenfalls von rechts nach links. Publikum und Redner schauen in dieselbe Richtung. Beides kann nicht zusammengeschnitten werden. Was ist geschehen? Die dominante Blickrichtung des Redners legt die Handlungsachse fest. Sie teilt quasi das Publikum in zwei Hälften.
Um im Schnitt zu zeigen, dass sich der Redner und das Publikum gegenüberstehen, müssen der Redner und das Publikum in entgegengesetzte Richtungen schauen.
Das ist in der vorliegenden Situation der Fall, wenn die erste Kamera rechts vom Publikum steht und die zweite Kamera ebenfalls rechts (aus der Sicht des Publikums) aufgestellt wird. Oder man stellt beide Kameras auf die linke Seite der Handlungsachse.

Licht
Glücklich kann sich der Kameramann schätzen, der eine Pressekonferenz aufnehmen soll, die bereits gut ausgeleuchtet ist. Denn meist steht bei einer Konferenz nicht genügend Zeit und Raum zur Verfügung, um genügend Licht aufzustellen.
Die Scheinwerfer müssen so hoch wie möglich eingestellt werden. Auf diese Weise vermeidet man Schattenbildung auf dem Bühnenhintergrund.
Hat man mehr Lampen zur Verfügung, bietet es sich an, diese so zu postieren, dass die Schatten links und rechts hinter dem Redner nicht mehr im Bild der nahen Kameraeinstellung zu sehen sind.
Beim Einrichten der Spitze für den Redner ist zu beachten: Häufig bietet sich die Gelegenheit, den Redner aus einer untersichtigen Perspektive aufzunehmen.

Anmerkungen
Der geplante Lichteinsatz richtet sich auch danach, ob der Veranstaltungsort noch während der Konferenz verlassen werden muss. In einem solchen Fall darf kein so großer Aufwand betrieben werden. Das Team kann dann so schneller den Saal verlassen und das Publikum empfindet das Verdunkeln beim Abbau der Lampen als weniger störend.


Von Mediabook Verlag zur Verfügung gestellter Artikelauszug des Buches Professionelle Kameratechnik und Aufnahmegestaltung
 
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