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19 - Timewarps MC / SY Drucken

Tipps und Tricks für Avid Media Composer/Symphony
U.u. wird diese Funktion in Avid Xpress Pro auch bald verfügbar sein

Als Beispiel dient ein Clip von 50 Frames Länge, in dem Oliver Kahn abspringt, auf dem Boden aufkommt, dabei einen Ball fängt, der ihm aber am Ende des Clips durch die Hände rutscht und langsam ins Tor kullert.


Sind Sie glücklicher Besitzer eines Media Composers oder eines Symphony-Systems, so gibt es bei den Timewarps keinerlei Grenzen. Statt der in 18 Timewarps beschriebenen Auswahl an vordefinierten Effekten haben Sie die volle Kontrolle über den Verlauf Ihres Clip-Tempos per Keyframes. Dabei helfen zwei Graphen, die mit dem bereits erwähnten „Motion Effect Editor“ angezeigt werden, der verwirrender Weise eben nicht die alten, klassischen Motion-Effekte editiert, sondern die neuen Timewarps.

Motion Effekt Editor
Der „Motion Effect Editor“ erlaubt das Setzen von Keyframes in der Speed- oder Position-Kurve.Welche Kurve Sie gerade bearbeiten wollen, wählen Sie im Dropdown „Edit Graph“ – sobald Sie hier umschalten, werden gesetzte Keyframes gelöscht.

Der „Speed“-Graph stellt die Geschwindigkeit (y-Achse) über der Zeit (x-Achse) dar. Hingegen sehen Sie auf der „Position“- Darstellung das Verhältnis von Original-Frames (Input-Position genannt, y-Achse) und den durch den Effekt resultierenden Frame (Output-Position, x-Achse).

Diese beiden Kurven sind nicht unabhängig, sondern fest miteinander verkoppelt. Denn: Ändern Sie das Tempo innerhalb eines Clips, so müssen sich damit auch die Positionen der betroffenen Frames verschieben.

Warum gibt es dann überhaupt zwei Kurven, in denen jeweils Keyframes gesetzt werden können?

Timewarp Speed Graph
Für alle Mathematiker: Der Speed-Graph ist die erste Ableitung des Position-Graphen


Zwei Graphen

Je nach Anforderung kann es praktischer sein, mit der einen oder der anderen Darstellungsform zu arbeiten. Der Speed- Graph erscheint zunächst der intuitivere, schließlich wollen Sie Ihren Clip am Anfang so richtig losrasen lassen, um ihn dann mit einem „Rumms“ auf 25 Prozent Geschwindigkeit abzubremsen – also benutzen Sie selbstverständlich dazu die Speed- Kurve und setzen dort Ihre Keys. Der Haken dabei ist allerdings, dass Sie wenig Kontrolle darüber haben, welche Frames zu welchem Zeitpunkt eigentlich ein bestimmtes Tempo durchlaufen.

Mit dem Position-Graphen lässt sich hingegen sehr klar definieren, dass nach zwei Sekunden das Frame 12 des Clips sichtbar sein soll – denn genau bei diesem Frame klatscht jemand in die Hände und dieser Schlag soll synchron mit der Base-Drum Ihrer Musik sein. Das Keyframe sitzt also auf 00:00:02:00 der y- Achse und auf 00:00:00:12 der x-Achse. Diese Werte lassen sich übrigens auch direkt per Tastatur in die Zahlenfelder unter den Graphen eingeben, sobald ein Keyframe angewählt wurde.
Mit der Enter-Taste wird der Wert übernommen, das Keyframe springt auf die neue Position. Wie in allen Avid-Effekten mit Kurvenverläufen lässt sich ein Keyframe seitlich bei gedrückter Alt-/Option-Taste verschieben.


Rund oder eckig

Timewarp Kontextmenü
Im Kontextmenü lassen sich die Art der Keyframes (gilt pro Graph) und der Kurvenverlauf (gilt für beide Graphen) definieren.

Ebenfalls stehen im Composer die alternativen Kurvenverläufe zur Auswahl: „Shelf“ (konstant), „Linear“, „Spline“ (Kurven) und „Bezier“ (Kurven mit manipulierbaren Handles an jedem Key). Diese erreichen Sie über die rechte Maustaste (Shift+Crtl- Klick beim Mac) im aktiven Graphen-Fenster. Außerdem werden hier elastische oder fixe Keyframes als Option angeboten.

Wählen Sie „fixed“, so bleiben die Keyframes exakt auf dem Frame verankert, auf dem sie gesetzt wurden – auch wenn der Clip über den Trim-Modus verlängert oder verkürzt wird. Dies macht vor allem dann Sinn, wenn das Keyframe auf einer bestimmten Stelle im Clip liegt und definitiv dort bleiben soll. Diese Fixierung gilt sowohl für den zeitlichen Bezug innerhalb der Sequenz, als auch für das Original-Frame, auf dem der Key sitzt.

Beispiel:
Soll der Aufprall von Olli Kahn in Superzeitlupe zu sehen sein und Sie haben auf dem schmerzhaftesten Punkt ein Keyframe bei 20% gesetzt, so bleibt dieser Key immer auf dieser Stelle, auch wenn Sie den Clip insgesamt verlängern oder verkürzen. Kahn schlägt dann auch immer noch genau im Takt der Musik auf den Boden auf. Durch ein Verlängern im Trim-Modus ergibt sich unter Umständen am Ende ein Freeze-Frame, da hinten kein weiteres Material vorhanden ist, welches angefügt werden kann. Nun verschieben Sie gezielt einzelne Keys und stellen damit den gewünschten Effekt ein.

Timewarp v1
Ollis Aufprall (Frame 1:04) wurde mit einem Keyframe bei 25% versehen
Die Einstellung „elastic“ führt dazu, dass sich die Keyframes beim Trimmen mit verschieben und auf die neue Cliplänge verteilen.

Damit fixieren Sie die Timing-Verhältnisse im Bezug auf die Gesamtlänge des Clips. Eine Verlängerung von Ollis Clip bewirkt also eine Dehnung der Keyframes und damit verschiebt sich auch die eingebaute Superzeitlupe auf einen Zeitpunkt in seinem Hechtsprung. Für diese Anwendung müssten Sie nun also die Keyframes neu anpassen.
Timewarp v2
Beim Trimmen mit „fixed keyframes“ bleibt der Key exakt an der Position stehen – damit bleibt der erste Teil des Timewarps exakt gleich, am Ende können neue Keys ergänzt werden
Timewarp v3
Trimmen von „elastic keyframes“ hingegen zerrt die drei gesetzten Keys auf die volle neue Cliplänge – und verschiebt damit auch das mittlere Keyframe

Tipps +++++ Tipps ++++

Wenn Sie mit den Timewarp-Effekten spielen, sollten Sie einen alten Timewarp zunächst entfernen, bevor Sie einen neuen auf den Clip ziehen. Ansonsten kommt der Avid unter Umständen ein wenig durcheinander mit den vorhandenen und darzustellenden Frames.

Ändern Sie die Einstellung in den Render-Settings, BEVOR Sie einen Timewarp auf einen Clip ziehen, so wird der Clip im Realtime-Modus auch mit diesen Einstellungen abgespielt. Wählen Sie also etwa „Blended Interpolated“, so sehen Sie beim Abspielen die typischen Überblendungen von einzelnen Frames. Wenn Sie die Render-Settings hingegen erst nachträglich ändern, müssen Sie den Clip rendern, um die Veränderung auf den Clip zu übertragen.

Netter Weise funktioniert „Match Frame“ so, wie Sie es brauchen: stehen Sie mit dem blauen Cursor auf einem Clip mit einem Timewarp-Effekt und drücken „Match Frame“, so wird exakt das Frame gematcht, das Sie gerade sehen und nicht etwa jenes, das im Original-Clip an dieser Stelle liegen würde. Dies ist sehr praktisch vor allem dann, wenn Sie z.B. einen „0% to 100%“-
Effekt vorne mit einem Standbild verlängern wollen. Gehen Sie auf das erste Frame, wählen „Match Frame“, wodurch der Original-Clip an dieser Stelle in den Source-Monitor geladen wird und machen Sie über das Menü „Clip – Freeze Frame“ ein Standbild, was Sie vor den Effekt schneiden können.
Beachten Sie dabei unbedingt, dass die Einstellungen des Freeze Frames „Two Field Freeze Frames“ mit den Render-Settings für diesen Timewarp korrespondiert, sonst könnte es zu einem Sprung in der Qualität kommen.

Wollen Sie im „Motion Effect Editor“ des Media Composers, dass ein bereits gesetztes Keyframe auf ein bestimmtes Frame verschoben wird, so können Sie dies – wie beschrieben – bei gedrückter Alt-/Option-Taste tun. Alternativ dazu markieren Sie einfach dieses Keyframe, parken den blauen Cursor an der neuen Position und wählen aus dem Kontextmenü „Align Keyframes“.
Dagegen lässt sich die gesamte Speed-Kurve mit dem Befehl „Slip Keyframes“ verschieben.

Im Speed-Graphen lässt sich für ein bestimmtes Keyframe ein Anker setzen Timewarp Button. Mit diesem Anker ist es möglich, das Frame, auf dem der Anker sitzt, fest mit dem Timeline-Timecode zu verkoppeln. Egal, was um dieses Frame herum passiert – der Anker hält das Frame sicher an seinem Platz (zum Beispiel synchron zum Ton), wie viele andere Keyframes Sie auch drum herum setzen.
Beachten Sie dazu, dass diese Funktion in der aktuellen Pro- Version bei importierten Clips nicht richtig funktioniert.

Die Alt-/Option-Taste hat in den Timewarp-Graphen des Media Composers eine doppelte Funktion: Zum einen lassen sich mit ihr die Keyframes seitlich verschieben, zum anderen kann der Ausschnitt, der in den Kurvenfenstern sichtbar ist, bei gedrückter Alt/Option-Taste in alle Richtungen verschoben werden. Über die Schieberegler unter den Fenstern ist der Zoomfaktor in xund y-Richtung einstellbar.

Arne Sinnwell

 
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