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Echtzeit vs Rendern bei Videoschnittsystemen Drucken
Geschrieben von mediaprofis   
13. August 2004

In vielen Artikel ist von Echtzeit (RealTime) die Rede.
Echtzeit bedeutet, dass das Videomaterial ohne Wartezeiten abgespielt und bearbeitet werden kann.
Dabei wird zwischen einer Realtime Preview (Vorschau) und einem echten Realtime unterschieden.
Bei der Realtime Preview sehen Sie zwar das Video, wenn Sie es abspielen, es kann dabei aber zu kleinen Hackern (Videodropouts / Bildaussetzern) kommen. Dies ist dazu gedacht, Ihnen nur eine realistische Vorstellung des Videoclips zu ermöglichen.
Zum Unterschied dazu kann echtes Realtime ohne weitere Rechnenvorgänge (rendern) abgespielt und auf das Band ausgespielt werden.

Rendern
Bei jedem Schnittsystem kommt irgendwann der Punkt, an dem sie mehr Effekte auf Ihr Videomaterial anwenden, als dies die Echtzeit-Hardware (oder der Prozessor) erlaubt.
Um dann diesen Clip (Film) abspielen zu können, müssen Sie die Effekte rendern (berechnen) lassen. Dabei werden im Hintergrund die Effekte in einen Videoclip zusammengerechnet, sodass der Computer immer nur ein Video abspielen muss.

Dabei gibt es einen großen Unterschied zwischen „Software-only“ Lösungen und Videosystemen mit Hardware.
Bei „Software-only“ Produkten wird alles über den Prozessor gerechnet und somit bestimmt nur die reine Rechnerleistung wie schnell dies erfolgen kann.
Bei Videolösungen mit Hardwareunterstützung werden die meisten Effekte über diese Hardware, die dafür speziell gebaut worden ist, berechnet. Manche Effekte sind ohnedies Echtzeit (z.B. Blenden).
Je nach Preis des Systems ergeben sich dabei erhebliche Unterschiede in der Geschwindigkeit und welche Effekte ohnedies bereits Echtzeit sind.

Die Zukunft wird wohl den „Software-only“ Produkten gehören, denn laut „Moorscher Law“ werden die Computer alle 18 Monate doppelt so schnell. Wenn dies so eintritt, werden wir in 10 Jahren bei PAL Video nur noch müde lächeln, denn dann ist höchstwahrscheinlich HD (High Definition) überall zu finden (6x höhere Auflösung als PAL).

Bei DV Schnittsystemen sind wir jetzt schon an dem Punkt angelangt, an dem die Prozessoren von Standardcomputern die Bilder so schnell berechnen können, dass es die meiste Zeit nicht wirklich stört, wenn man einige Sekunden warten muss.
Der größte Störfaktor ist die Speicherplatzverschwendung, denn jedes gerenderte Videofile legt sich zusätzlich auf die Festplatte ab.


Beispiele:
Avid Xpress bietet einige Spuren in Echtzeit (normalerweise bis zu 6).
Avid MediaComposer bietet Echtzeit für maximal 12 Videospuren. Bei den mitgelieferten Standard Rechnern ist aber normalerweise bei 6 Spuren Schluß.
Wenn Sie das Material sehen, können Sie es somit auch gleich auf eine Bandmaschinen ausspielen. Mit solch einem Echtzeitsystem werden Sie voraussichtlich in 90% der gesamten Zeit niemals in die Verlegenheit kommen, auf den „Render-Knopf“ zu drücken. Und wenn Sie dies dann tun müssen, dann werden Standardeffekte so schnell gerrendert, dass nicht mal eine Kaffeepause drinnen ist.
Avid (Pinnacle) Liquid Chrome setzt auf eine vollkommen andere Technik. Hier werden Prozessorkarten eingesetzt, die alle Effekte im Hintergrund automatisch rendern und somit die Wartezeit nicht auffällt, da an einem anderen Punkt weitergearbeitet werden kann, bzw. einfache Effekte schneller gerechnet werden, als das Video abgespielt wird. Nachteil: Es entestehen viele Videofiles die dementsprechend Festplattenplatz benötigen.
Avid DS und Symphony sind in derHighendliga von Avid und erlauben 12 Videospuren in Echtzeit in SD (PAL) oder 2 Ströme ind HDTV mit 1920x1080 Bildpunkten.
Andere Produkte setzten u.U wiederum auf  “remote processing”, bei der Effekte von anderen Rechnern (auch Bürorechnern) gerendert werden und das Ergebnis wieder zurückgeschickt wird.

Fazit:
Echtzeit steht für das Abspielen von Videomaterial ohne vorheriges Rendern, obwohl Übergänge und andere Effekte (Compositing) auf das Videomaterial angewendet wurden.
Dadurch kann man ohne lästiges Warten mit dem Videomaterial experimentieren und spart somit Zeit - oder man kann zumindest die Kreativität ausleben.
Dies erklärt auch die enormen Preisunterschiede bei Videoschnittsystemen.
Ein Avid MediaComposer kann auf den ersten Blick (softwareseitig) nur geringfügig mehr als ein z.B. Xpress DV oder Final Cut Pro, kostet aber weit mehr als das 5-fache, weil er eben in anderen Bereichen, wie z.B. Qualität, Echtzeit und zusätzliche Funktionen, überlegen ist. Und obwohl an der Oberfläche oft fast keine Unterschiede vorhanden sind, kommt ein professionelles Postproduktionshaus nicht umhin, ein kleines Vermögen in Echtzeitsysteme zu investieren.

 
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