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Non-Lineares vs Lineares Videoschnittsystem Drucken

Non-Lineare VideoEditing Lösungen (NLE) sind Videoschnittlösungen, die mit Computerunterstützung arbeiten. Also alle Videoschnittlösungen, mit denen man Videos einfach bearbeiten kann, ohne dabei auf die zeitliche Reihenfolge Rücksicht nehmen zu müssen und ohne das Originalmaterial zu zerstören (non-destruktive Lösungen).

Oder anders ausgedrückt
Es ist bei NLE-Systemen egal, wo man mit seinem Film (bzw. dem \"Schneiden\") anfängt und es bleibt die Entscheidung des Editors (Cutters) oder des Produzenten, was zu welchem Zeitpunkt gemacht werden soll.


Historisches
Noch vor dreißig Jahren gab es keine Computerunterstützung im Video- und Filmbereich. Damals war es noch eine hoch aufregende und komplizierte Sache, einen Film zu bearbeiten (ist es auch heute noch, aber damals auch aus anderen Gründen).

Die Bearbeitung bei Video erfolgte linear, also Szene für Szene für Szene, Stück für Stück vom Anfang bis zum Ende, bis der Film schließlich seine Länge erreichte und somit fertig war. Dafür wurde einfach von Bandmaschine zu Bandmaschine kopiert.
Diese Art des Videoschnitts (Drillingsschnitt) gibt es noch immer, da mit dieser Schnitttechnik einfache Produktionen sehr schnell von Spezialisten abgearbeitet werden können. Wobei man fairerweise erwähnen muss, dass auch hier das Computerzeitalter eingezogen ist und solche Systeme mehr als ein Mehrfamilienhaus kosten können.
Was jedoch immer noch geblieben ist, trotz Framestores und Co., ist, dass die Szenen nacheinander abgearbeitet werden müssen, und zwar linear, also von vorne bis hinten (mit kleinen Ausnahmen).
Wenn dann der fertige Film, oder mehrere übereinander platzierte Effekte, geändert werden müssen/sollen, stellt dies meist ein großes Problem, da Korrekturen einen massiven Aufwand bedeuten.


Bei Film war es noch aufwändiger. Hier wurden die einzelnen Szenen per „Filmstreifen gegen ein Licht halten“ beurteilt und über einem Mistkübel (Bin) gesammelt. Für jeden Schnitt wurde der Filmstreifen genommen, an der gewünschten Stelle mit einem Messer zerschnitten und dann mit einer anderen Szene/Bild zusammengeklebt. Dabei wurde der Film zerstört (destruktives Verfahren), denn es fiel bei jedem Schnitt ein Bild weg (durch die schräge Abkantung). Nach einiger Zeit wurden dadurch auch die noch nicht verwendeten Filmschnipsel immer kleiner und durch das Umschneiden des Filmes das Material immer unübersichtlicher. Es hingen nicht nur Filmstreifen über einem Bin, sondern die kleinen Schnipsel wurden in Schuhkartons gepackt, in denen wieder kleine Kartons steckten - um wenigstens ein bisschen den Überblick zu behalten und das Material nicht zu verlieren. Diese Art des Schnittes ist non-linear, da man sich aussuchen konnte, wo man beginnen / weiterschneiden wollte (d.h. mit welchem Schuhkarton man weitermachen wollte).

Später wurde dann das Filmmaterial auf Band kopiert und auf linearem Wege verarbeitet (siehe oben).
Das hatte zwar den Vorteil, dass das Originalfilmmaterial nicht mehr zerschnitten werden musste, aber auch den Nachteil, dass der praktische non-lineare Workflow nicht mehr möglich war.

Aber dann begann das Computerzeitalter
Plötzlich war es möglich, Bilder in sagenhaft schlechter Qualität auf super-teueren Computer zu speichern und zu bearbeiten.
Und dann kam Avid mit seinen Filmschnittlösungen. Sie waren zwar nicht die ersten auf dem Markt, dafür aber die ersten in einem Preissegment und mit Funktionen, die sich Filmstudios leisten konnten.
Die Bildqualität war zwar noch immer miserabel, aber man konnte erstmals Film non-destruktiv und non-linear bearbeiten und schneiden.
Avid steht heute noch als Synonym für NLE Systeme.

Und es brachte auch noch andere Vorteile:
Alle Editiervorgänge waren widerrufbar, sofort nach dem Schnitt sichtbar und wieder leicht abänderbar. Es wurde noch "non-linerarer", da man plötzlich sein Material schnell wiederfinden und sogar öfter einsetzen konnte.

Dieser Workflow ist bei Film nun seit über 10 Jahren so geblieben. Man kopiert die Filmrollen auf ein Band, bearbeitet alles in einem NLE-System und gibt nur mehr eine Schnittliste zurück.
Egal, welchen Film man heute im Kino oder Fernsehen sieht, dieser wird zu über 90% mit NLE-Systemen (und eigentlich Avid) geschnitten.

Was sich damals noch von der Videoindustrie belächeln lassen musste, da keiner die Fortschritte solcher Systeme abschätzen konnte, hat Geschichte geschrieben und wird sich noch weiter fortsetzen.

 
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