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EDLs erklärt anhand Avid EDL Manager Drucken

Transfer von Daten zwischen Mac- und NT-basierenden Avid-Systemen
nicht nur für Avid\'s gültig


Die Geschichte der EDL ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Das jedenfalls ist das Resümee zahlreicher Telefongespräche zum Thema Edit Decision List. Hier ein paar allgemeine Tipps.


Die 100-Punkte-Frage: Brauche ich EDL wirklich?
Wofür wird eine EDL gebraucht? Diese Frage sollte immer zuerst gestellt werden. Viele Redakteure, Regisseure oder Disponentinnen sagen nach Abschluss des Projektes zwar "... wir brauchen übrigens noch die EDL des Films auf Diskette ...", meinen aber häufig eher das Avid-Projekt. Für eine spätere Nachbearbeitung an einem Avid-System muss man sich mindestens die Bin, die die Mastersequence enthält, auf Diskette o.ä. sichern. Besser noch das ganze Projekt. Dazu einfach im "Avid Projects" Ordner den betreffenden Projektordner suchen und auf das Diskettensymbol ziehen. Ist das Projekt zu umfangreich geworden, hilft einem das Utility-Programm "Compact Pro", das auf jedem Avid-System (Mac) installiert ist. Auf NT-Maschinen hilft "Drop-Stuff" oder "WinZip". Diese Programme stauchen Projekt-Daten auf etwa ein Zehntel ihrer Größe zusammen.


Die EDL-Tücken
Nur eine gesicherte Bin enthält alle wichtigen Informationen über Spuraufbau, Effekte, Mischung, Titel usw. Eine EDL hingegen bedeutet immer eine Reduzierung auf bloße Schnittdaten. Einfache Blenden und Wipes können so zwar auch transportiert werden, zum kompletten "Batch-Digitalisieren" ist diese Form der Archivierung aber ungeeignet. Ebenso stellen alle Motion-Effekte eine Herausforderung dar.
Nicht jede Geschwindigkeitsveränderung, die das Avid-System im Motion-Effekt beschreiben kann, kann auch in der EDL beschrieben werden. Z.B. sehr krumme Prozentzahlen oder extreme Geschwindigkeiten (43,76%, 5000% oder 0.005% usw.).
EDL ist Pflicht, wenn ...

Es gibt drei Fälle, in denen tatsächlich eine EDL gebraucht wird:

  1. zum Austausch zu anderen nonlinearen Schnittsystemen (anders als Avid - wie zum Beispiel Quantel, Discreet, Fast oder Media 100)
  2. zum Austausch zu einer richtigen Schnittsteuerung im konventionellen Studio (wie zum Beispiel SONY BVE-9000 o.ä.)
  3. zum Ausdrucken und/oder Lesen der verwendeten Szenen eines Films in Reihenfolge der Recorder-Timecodes


EDL erzeugen
Generell wird zur Erzeugung einer EDL das Programm "EDL Manager" benötigt, das auf allen Systemen vorinstalliert ist. Bei Media Composer und Symphony wird dieses Programm automatisch gestartet, wenn man im "Output" - Menü auf "EDL" klickt. Bei Xpress-Systemen muss man das Programm von Hand starten (liegt im Ordner "EDL Manager"). Das Programm bietet eine Vielzahl von Optionen, die man an-, abwählen oder verändern kann. Beim ersten Versuch ist das Ergebnis in der Regel eher unbefriedigend. Ein weiterer Grund, dem EDL-Empfänger das komplette Avid-Projekt mitzugeben, denn meist hat auch derjenige einen Avid, um sich eine EDL nach eigenen Wünschen zu optionieren (s.Abb.)

Optionen im EDL Manager

Viele dieser Optionen erklären sich durch ihren Namen, einige bedürfen einer Erklärung:

Incl.Source table w/saved EDL: Zu Deutsch: Die Quellen- Tabelle in die gespeicherte EDL einschließen. Hä? Genau: Die Bandnamen sind ausgesprochen wichtig. Im Avid kann man sehr lange Bandnamen verwenden, in der EDL nicht. Daher wird eine Übersetzungstabelle benötigt. Wie wird das Avid-Band XY in der EDL genannt? Diese Tabelle wird leicht vergessen. Die Option fügt diese Tabelle ans Ende der gespeicherten EDL an. Sehen kann man sie im EDL-Manager nur, wenn man im Hauptfenster "Sources" anwählt.

Die eigentliche Schnittliste sieht man bei "Master", die Schnittliste für sogenannte Dupereels bei "Dupe". Diese werden immer dann erzeugt, wenn Blenden zwischen Clips definiert wurden, die vom gleichen Zuspielband kommen. Generell empfiehlt es sich, kurze, EDL-taugliche Bandnamen zu verwenden, z.B. "A001"bis "A036" oder ähnlich.

Include Black Edits: Bitte ankreuzen, wenn es um Austausch zu Quantel geht. Denn wenn in der Videospur "Filler" verwendet wurde, muss z.B. ein Henry unbedingt mit Schwarz auffüllen, um die Synchronität zu anderen Spuren zu erkennen. Generell gilt: Für jede Videospur der Avid-Sequence eine eigene EDL generieren! Viele der anderen Optionen erklären sich aus ihrer Bezeichnung. Im "Show "-Kapitel entscheidet man darüber, welche zusätzliche Textinformation zu den einzelnen Events hinzu- gefügt werden soll. So kann zumindest ansatzweise ein Effekt beschrieben werden, der eigentlich durch EDL-Transport verloren ginge.


Aber Vorsicht:
Einige Systeme lassen sich durch diese Textinformationen verwirren, im Zweifelsfall hier also alles ausschalten.

Generell gilt:

Eine EDL ist eine einfache Textdatei, die auch noch mit einer Textbearbeitung editiert werden kann ("Vantage" auf Mac, "Word Pad"auf NT).

Zur Veranschaulichung hier eine Avid- Sequence samt Bin mit zugehöriger EDL, die nach obigen Optionen erstellt wurde. Bei aufmerksamer Betrachtung erkennt man die grundsätzlichen Zusammenhänge.

Avid- Sequence samt Bin mit zugehöriger EDL

Avid- Sequence samt Bin mit zugehöriger EDL

Avid- Sequence samt Bin mit zugehöriger EDL

Abschließend noch ein Tipp:
keine Angst vor dem Handbuch zum EDL Manager. In epischer Breite wird dort alles geschildert, was man wissen muss. Und irgendwo in der Nähe des Schnittplatzes befindet sich das Dokument, auch wenn man erst suchen muss.

Jens Hoppe

Von Avid.de zur Verfügung gestellter DIVA Auszug

 

 
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