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Wiederherstellungskonsole (Recovery Console) von Windows 2000 Drucken

Die Wiederherstellungskonsole (Recovery Console) von Windows 2000

Was ist die Wiederherstellungskonsole und wofür wird sie benötigt?

Die Wiederherstellungskonsole stellt eine Kommandozeilenumgebung zur Verfügung, mit deren Hilfe Probleme an nicht mehr bootenden Systemen behoben werden können. Die Funktionen, die zur Verfügung stehen, gehen vom Austausch defekter Boot-Dateien über das Aktivieren oder Deaktivieren von Treibern und Services bis zum Neuschreiben des Masterbootrecords und dem Partitionieren und Formatieren von Festplatten. Man kann sich eine Liste der zur Verfügung stehenden Befehle durch Eingeben von "help" am Eingabeprompt anzeigen lassen. Eine detaillierte Übersicht der zur Verfügung stehenden Befehle und deren genaue Anwendung können Sie ebenso unter dieser URL abrufen.
Dabei ist es wichtig zu wissen, dass keine Befehle zum Bearbeiten von Dateien enthalten sind, wohl aber, um sich Dateien anzusehen oder sie durch neue zu ersetzen. Damit ersetzt die Wiederherstellungskonsole unter Windows 2000 die Troubleshooting Möglichkeiten einer DOS-Bootdiskette unter Windows NT.

Starten der Wiederherstellungskonsole

Es gibt mehrere Möglichkeiten, die Wiederherstellungskonsole zu starten. Zum einen kann sie auf dem System installiert werden, so dass sie in der Boot-Auswahl zur Verfügung steht. Es wird dafür ca. 7 MB freier Festplattenspeicher benötigt. Eine Anleitung zum Installieren und Deinstallieren erhalten Sie unter der dieser URL.
Der Vorteil liegt darin, dass man keine Windows 2000 Installations-CD oder Setupdisketten zur Hand haben muss.
Sind allerdings die Boot-Dateien die Ursache für den misslungenen Systemstart, kommt man um die zweite Möglichkeit zum Starten der Recovery Console nicht herum, nämlich das Starten von der Windows 2000 Installations-CD oder den Windows 2000 Setup Disketten. Um von der Windows 2000 CD zu starten, muss man während des Bootens eine beliebige Taste drücken, wenn eine entsprechende Bildschirmmeldung dazu erscheint (Press any key to boot from CD). In den beiden folgenden Abfragen muss man zuerst ein "R" wählen für Repair und danach ein "C" zum Starten der Recovery Console. Wenn auf dem Rechner mehrere Windows 2000 (oder NT) Installationen vorhanden sind, kommt nun eine Abfrage, welches System man starten will und danach die Abfrage des Administrator-Passwortes dieser Installation. Per Default landet man direkt im gewählten Windows-Installationsverzeichnis an der Eingabeaufforderung, die von DOS her bekannt ist.

Unterschiede zur DOS-Boot-Diskette

Einer der wichtigsten Unterschiede ist, dass man sich als Administrator anmelden muss, bevor man das Eingabe-Prompt erhält. Das heißt, ohne das Administrator-Passwort kann die Wiederherstellungskonsole nicht benutzt werden und das System ist auch an der Eingabeaufforderung vor unbefugtem Zugriff geschützt! Man kann jedoch im "Group Policies Snap in" oder dem "Security Configuration and Analysis Snap in" der Microsoft Management Console ein automatisches Login für die Recovery Console von Windows 2000 einrichten, damit jeder User sein System im Fehlerfall reparieren kann, ohne das Administrator-Passwort wissen zu müssen. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier.

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist die Möglichkeit, auf NTFS-Partitionen lesend und schreibend zugreifen zu könnnen. Dies ist auch der Grund, warum unter Windows 2000 keine FAT16-Partition mehr als Boot-Partition benötigt wird. Innerhalb der Console hat man Zugriff auf die folgenden Dateisysteme: FAT16, FAT32 und NTFS.

Defaultmäßig ist der Zugriff allerdings begrenzt auf die folgenden Verzeichnisse:

| SystemRoot: Rootverzeichnis mit den Startdateien (z.B. Boot.ini)
| Windir und seine Unterordner: Windows-Installationsverzeichnis, auf welches man sich eingeloggt hat (und seine Unterordner)
| SystemRoot\\cmdcons und seine Unterordner: Installation der Recovery Console auf der Festplatte (falls vorhanden).

Mit Hilfe des "set" Kommandos kann man den Zugriff auf alle Ordner ermöglichen, diese Funktion muß aber zuerst entweder in dem "Group Policies Snap in" oder dem "Security Configuration and Analysis Snap in" der Microsoft Management Console unter der grafischen Oberfläche eingerichtet werden. Zusätzlich können damit auch noch andere Funktionen freigeschaltet werden. Mehr Informationen dazu erhalten Sie hier.


Bei einem Multiboot System muss man sich für eine Installation entscheiden, die man beim Starten der Recovery Console auswählen muss. Entsprechend kann man nur diese Installation reparieren. Über den Logon Befehl kann man jedoch jederzeit ohne Neustart die Installation wechseln und ein anderes Windows 2000 auf der Festplatte reparieren.

Die Befehle der Wiederherstellungskonsole sind zum größten Teil spezialisierte Kommandos für das Reparieren des Systems und haben mit DOS-Befehlen nicht viel gemeinsam. So kann man z.B. über spezielle Befehle Treiber und Services aktivieren oder deaktivieren oder den Master Boot Record der Festplatte neu schreiben lassen. Dafür vermisst man andere Möglichkeiten, wie z.B. das Bearbeiten von Dateien (um z.B. die Boot.ini-Datei direkt auf dem System anpassen zu können), das Benutzen von Wildcards, oder das Kopieren von Dateien auf Diskette. Zum Glück lassen sich die letzteren Restriktionen mit Hilfe des "set" Kommmandos aufheben.

Praktische Anwendungsfälle der Wiederherstellungskonsole

Austauschen von defekten Boot-Dateien (Boot.ini, NTLDR, NTDetect.com)

Um das Problem defekter Bootdateien beheben zu können, kann man die Recovery Console starten und die defekten Dateien auf der Festplatte durch funktionierende von einem anderen System ersetzen. Im Falle von "NTLDR" oder "NTDETECT.com" kann man diese Dateien von einem beliebigen anderen Windows 2000-System benutzen. Die Datei "Boot.ini" dagegen ist rechnerspezifisch. Man kann sich aber mit einem Texteditor eine korrekte Datei erstellen (oder modifizieren) und diese dann von der Diskette auf die Festplatte kopieren. Der deutlich einfachere Weg, dieses Problem zu beheben, ist jedoch das Booten von einer Bootdiskette (diese sollte man für jedes System passend zur Hand haben). Damit kann man deutlich bequemer die Dateien unter der grafischen Oberfläche austauschen.

Reparieren einer korrupten Registry

Beim Erstellen einer Emergency Repair Disk unter Windows 2000 kann man als zusätzliche Option anwählen, dass die Registry Dateien mit gesichert werden sollen ("Also backup the registry to the repair directory ..."). Diese landen nicht auf der Diskette, sondern werden auf der Festplatte in das Verzeichnis "SystemRoot\\Repair\\RegBack" geschrieben. Es handelt sich dabei um die Dateien "system", "software", "security", "default" und "sam". Die Originale befinden sich im Ordner "SystemRoot\\system32\\config". Zum Wiederherstellen des Zustands, den die Registry beim Erstellen der ERD hatte, müssen nur die entsprechenden Dateien aus dem RegBack-Ordner an die Originalposition kopiert werden. Zur Sicherheit sollte man vorher die Original-Dateien umbenennen. Dann kann man diesen Reparatur-Versuch wieder rückgängig machen, falls er nicht zum gewünschten Erfolg geführt hat.

Starten und Stoppen von Treibern und Services

Über die Kommandos "enable" und "disable" können Treiber und Services gestartet oder deaktiviert werden, um dadurch eine eventuelle Inkompatibilität verschiedener Treiber bzw. Services zu beseitigen und einen problemlosen Systemstart wieder zu ermöglichen. Über den Befehl "listsvc" bekommt man eine Liste aller verfügbaren Treiber und Services und deren Startparameter angezeigt.

Reparieren des MasterBoot Records und des Boot Sectors

Mit den Befehlen "fixmbr" und "fixboot" können ein defekter Master Boot Record sowie ein defekter Boot-Sektor repariert werden. Microsoft empfiehlt, dass zuvor eine Antiviren-Software benutzt wird. Diese Befehle sollten als letzte Möglichkeit der Reparatur angesehen werden. Daten von Partitionen, auf die man noch zugreifen kann, sollte man vorher sichern. Noch besser ist es, vorher mit einer entsprechenden Software eine Sicherheitskopie der entsprechenden Sektoren der Festplatte anzulegen.

Alle Links in diesem Artikel im Überblick:

Befehle der Recovery-Console:
http://www.microsoft.com/WINDOWS2000/en/professional/help/recovery_console_cmds.htm
Recovery-Console als Bootoption:
http://support.microsoft.com/default.aspx?scid=kb;EN-US;q216417
Security Configuration and Analysis Snap in:
http://support.microsoft.com/default.aspx?scid=kb;EN-US;q312149
Set-Kommando und Zugriff auf weitere Ordner:
http://support.microsoft.com/default.aspx?scid=kb;EN-US;q235364

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Florian Tegen

Von Avid.de zur Verfügung gestellter DIVA Auszug

 
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