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XLR - Klinke - Adapter Drucken

Sollten Sie ein spezielles Kabel benötigen, fertigen wir dieses gerne für Sie an.

Profimikros an jeder Kamera

In der Videopraxis ergibt sich für Hobbyfilmer häufig ein Problem mit unterschiedlichen Anschlußbuchsen an Mikrofonen und Kameras. Es ist allgemein bekannt, daß für den guten Ton ein externes Mikrofon verwendet werden sollte. Modelle der gehobenen Klasse sind in der Regel mit symmetrischen XLR- Anschlüssen ausgestattet. Hobby- oder Semiprofi-Camcorder bieten jedoch fast nie entsprechende XLR- Eingänge für externe Mikrofone. Hier sind die entsprechenden Buchsen meist als Klinckenbuchsen in 3,5 mm, seltener 6,3 mm ausgeführt. Das XLR-Mikrofon läßt sich an diese unsymmetrischen Buchsen nicht ohne weiteres anschließen.

Als Abhilfe kann man im Fachhandel (zum Onlineshop) sog. Symmetrie-Adapter erwerben. Dies sind Adapter-Stecker, welche meist in einem Stück geformt sind. Der Eingang ist eine XLR-Buchse, der Ausgang ist in Form eines Klinkensteckers ausgelegt. Nachteilig ist jedoch die Konstruktion. Ein dicker XLR-Stecker in Verbindung mit diesem Symmetrie-Adapter wird relativ klobig und hat ein nicht zu unterschätzendes Gewicht, welches die kleinen Mini-Klinkenbuchsen am Camcorder belastet. Dies kann zu Tonstörungen kommen, im schlimmsten Fall zu einer Beschädigung an der Buchse.

Aus diesem Grunde entwickelte ich einen solchen Adapter als Kabellösung. Ein kurzes Kabel verbindet den kleinen Mini-Klinkenstecker mit einer XLR-Buchse. Einen solchen 'Eigenbau - Symmetrie-Adapter' stelle ich in dieser Bauanleitung ausführlich vor. Natürlich läßt sich dies sowohl mit 3,5 mm als auch mit 6,3 mm Klinkensteckern umsetzen. In diesem Artikel gehe ich deshalb auf die Klinkengröße nicht ein, da die Vorgänge des Nachbaus bei beiden Formen identisch sind.

Benötigtes Material

  • XLR- Buchse 3 polig
  • 3,5 mm bzw. 6,3 mm Klinkenstecker mono, möglichst Metallgehäuse
  • Ein Stück normaler Draht (ca. 10 mm)
  • Kabelisolierband, Farbe spielt keine Rolle
  • Ungefähr 15 cm Musiker-Mikrofonkabel zweiadrig, mit Kupferabschirmung

Benötigte Werkzeuge für den Nachbau

  • Seitenschneider oder Zange mit Schneidemesser
  • Teppichmesser zum Entfernen der Isolierung
  • Lötkolben mit feiner Lötspitze (Elektroniklötkolben)
  • Lötfett und Lötzinn 60 Pb (Elektroniklötzinn)
  • Quetschzange
  • Multimeter mit Durchgangsprüfer oder Wiederstandsmeßfunktion

Schaltskizze und Erläuterung
Die Verschaltung erfolgt gemäß folgendem Schaltbild:


Die drei Pole der XLR-Buchse sind zur Orientierung grundsätzlich numeriert. Am Klinkenstecker erkennt man die Pole an der unterschiedlichen Lage. Um eine Wandlung der symmetrischen Signale vom Mikrofon in unsymmetrische zur Einspeisung in der Kamera vorzunehmen, genügt folgende Verschaltung:
Man verbindet den XLR-Pol 2 mit der kleinen Lötfahne am Klinkenstecker und den XLR-Pol 1 mit der großen Lötfahne am Klinkenstecker. Die kleine Lötfahne steht für die Phase (oder Pluspol), die große Lötfahne für die Masse (oder Minuspol). In Fachkreisen sind auch die Bezeichnungen >Cold< für Masse und >Hot< oder >Tip< für Phase geläufig. An der XLR-Buchse ist unbedingt eine Brücke zwischen Kontakt 1 und 3 zu löten, sonst funktioniert der Adapter nicht.


Nachbau des Adapters


Zuerst öffnet man das Gehäuse der XLR-Buchse und schaut sich die Entfernung der Lötpunkte vom Kabelausgang des Gehäuses an. Auf ungefähr diese Entfernung wird das erste Ende der 15 cm langen Mikrofonleitung von der Isolierung befreit. Die Kupferabschirmung kann auf dem freiliegenden Stück komplett entfernt werden. Nicht vergessen: Das Gehäuse, so wie alle Kabelschutzumhüllungen vor dem Löten auf das Kabel aufziehen.
Gute XLR- und Klinkenamaturen besitzen häufig einen kurzen Kunststoffschlauch, welcher nach dem Löten als Isolierung dient. Dieser muß zusammen mit dem Gehäuse auf das Kabel geschoben werden. Erst jetzt beginnen die Lötarbeiten. Man entfernt an beiden Adern des Mikrofonkabels ungefähr 2 mm der Isolierung und umlötet die Drähte. Diese dazu kurz in Lötfett stecken, etwas Lötzinn auf die Spitze des Lötkolbens nehmen und auf das Drahtende des Kabels übertragen. Durch das Lötfett fließt das Zinn um die Drähte und klumpt nicht. Nun definiert man eine Farbe der beiden Adern als Phase (hier: rot), die andere als Masse (hier: blau). Die rote Ader wird an den XLR-Pol 2 angelötet, das blaue an den XLR-Pol 1.
Nun schneidet man ein Stück Draht auf ca. 3 mm Länge und verlötet dieses als Brücke zwischen dem ersten und dritten Pol der XLR-Buchse. Überprüfen Sie nun gründlich die Lötstellen, es darf keinerlei Kontakt zwischen den Lötpunkten herrschen, mit Ausnahme der Brücke zwischen 1 und 3. Wenn alles in Ordnung ist, zuerst den Isolierschlauch über die Lötstellen schieben, dann das Gehäuse schließen.

 

Die fertig angesetzte XLR-Buchse mit geschlossenem Gehäuse.
Im Bild: Zwei Buchsen nebeneinander.

Am anderen Ende des kurzen Kabels wird nun der Klinkenstecker montiert. Zuerst dessen Gehäuse öffnen und sich erneut einen Eindruck der Entfernung zwischen Lötpunkt und Kabelausgang verschaffen. Nun Gehäuse und Isolierschlauch über das Kabel streifen. Das Kabelende anschließend wie bereits bei der Montage der XLR-Buchse de-isolieren und die Adern umlöten. Auch hier wieder die Kupferabschirmung entfernen. Die rote Ader (Phase) an die kleine Lötfahne anlöten, die blaue Ader (Masse) an die große Lötfahne. Nach der Sichtprüfung Gehäuse schließen.

Digitales Multimeter, eingestellt
auf Durchgangsprüfer
Messvorgang am Klinkenstecker.


Tip: Sollten Sie mit 3,5 mm Klinkensteckern arbeiten, werden sich Probleme beim anbringen der silbernen Kabelzugentlastung ergeben, da das Mikrofonkabel selbst zu dick für die 'Metallröhre' ist. Lassen Sie diese einfach weg und wickeln kräftig Isolierband um das Kabel. Anschließend den Deckel des Steckers aufschrauben. Das sieht nicht schlecht aus und hält auch wunderbar.

Funktionsprüfung
Bevor Sie den Adapter an die Kamera anschließen sollte er vorsichtshalber mit dem Multimeter überprüft werden. Dazu benötigen Sie die Einstellung 'Durchgangsprüfer'. In der Schaltskizze läßt sich erkennen, welche Kontakte an der XLR-Buchse mit welchen am Klinkenstecker verbunden sind. Und nur zwischen diesen Kontakten darf der Durchgangsprüfer 'Leitung' anzeigen, ergeben sich andere Meßergebnisse, ist beim Löten ein Kurzschluß entstanden. Öffnen Sie dann sowohl den Kinckenstecker, als auch die XLR-Buchse und überprüfen Sie nochmals alle Lötstellen. Ein fehlerhafter Adapter liefert nur schlechte Tonübertragungen.

Tip: Sollte Ihr Multimeter nicht über die Funktion zur Durchgangsprüfung verfügen, können Sie diese mit einem einfachen Trick einrichten: Stellen Sie das Messgerät auf "Widerstandsbestimmung" oder "Ohm-Messung" ein. In diesem Modus wird der Widerstand einer sich zwischen den beiden Meßspitzen befindlichen Leitung gemessen. Dies kann natürlich nur geschehen, wenn die Meßspitzen physikalisch über eine Leitung, oder auch über Kontakte an Steckern verbunden sind. Somit läßt sich dies als Durchgangsprüfer verwenden.
Zeigt das Display einen Widerstand an, ist der Kontakt verbunden, zeigt es keinen an, liegt keine Verbindung zwischen den Kontakten vor. Der Wert des Widerstandes spielt dabei keine Rolle.


Anschluß und Inbetriebnahme

Der Anschluß an die Kamera ist denkbar einfach. Klinkenstecker des Adapters in die Mikrofonbuchse der Kamera, XLR-Mikrofonkabel an die XLR-Buchse. Das war es auch schon, nun überträgt Ihr symmetrisches Mikrofon seinen \'Sound\' auch auf Kameras mit unsymmetrischem Eingang. Wichtig: Sollten Sie den Adapter genau wie hier beschrieben nachgebaut haben, erhalten Sie lediglich ein Mono-Signal auf dem linken Kanal der Tonspur. Bei der Nachbearbeitung Ihrer Videoaufnahmen am nonlinearen Schnittplatz verwenden Sie einfach das Vertonungstool und mixen Sie aus der Monospur eine Stereospur. Das reicht für die meisten Aufnahmen aus, wie Interview, Dokumentation einer Veranstaltung, Familienfilm etc... Wer dagegen echtes Stereo bereits bei der Aufnahme benötigt müßte die Konfiguration des Adapters etwas ändern:

Für einen Stereokonverter benötigen Sie den Klinkenstecker in Stereoausführung und zwei XLR-Buchsen. Die grundlegende Vorbereitung, sowie der Lötvorgang bleibt derselbe. Verkabeln Sie jedoch nun eine XLR-Buchse mit dem Lötanschluß des linken Kanals, die andere mit dem Lötanschluß des rechten Kanals am Klinkenstecker. Die Brücke zwischen XLR-Pol 1 und 3 bleibt bei beiden Buchsen unverändert. Die beiden blauen Adern (Masse) - von jeder XLR-Buchse eine - werden nun gemeinsam an der Masse-Lötfahne des Klinkensteckers angelötet. So ergibt sich ein Stereokonverter. Natürlich benötigen Sie dann auch ein Stereomikrofon, oder zwei Monomikros.

       

Die fertigen Adapter nach der Funktionsprüfung
Im Hintergrund ein XLR-Mikrofon

Für den direkten Anschluß an eine Soundkarte ist der XLR-Klinke-Adapter ein wenig zu modifizieren, da der Mikrofoneingang an der PC-Soundkarte zwar ein Mono-Eingang ist, jedoch einen Stereo- Klinkenstecker verlangt. Der mittlere Kontakt darf dabei nicht ans Mikrofon angeschlossen und auch nicht irgendwomit gebrückt werden, da dies ein Ausgang der Soundkarte ist (bei einigen Rechner liegen da +4,0V an, die wohl als Speisespannung für Spezialmikros dienen sollen). Ein Mono-Klinkenstecker schließt diese Versorgungsspannung gegen Masse kurz, was unter Umständen zu Schäden an der Soundkarte führen kann.

Viel Erfolg beim Nachbau und Einsatz des Adapters.

Von www.video-simon.de zur Verfügung gestellter Artikel

 
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