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Die Videoaufzeichnungen - technische Grundlagen Drucken

Als Einsteiger haben Sie sich sicher schon einmal gefragt: "Was passiert eigentlich bei der Videoaufnahme?"... Um dies zu verstehen soll dieser Artikel die Grundlagen der Videoaufzeichnung aus technischer Sicht verdeutlichen.

Der CCD Chip:
Das Objektiv besteht aus drei Linsengruppen, wobei die hinterste als Grundobjektiv bezeichnet wird. Vom Grundobjektiv fällt das Bild auf den Bildaufnehmer. Dies ist ein elektronischer Chip, der sog. CCD-Chip. Diese Abkürzung steht für "Charge Coupled Device", ein Halbleiter mit lichtempfindlicher Oberfläche. Das Grundobjektiv erhält die Bilder durch die beiden anderen Linsengruppen. Die vorderste dient der Scharfstellung, damit das Bild auch scharf auf den CCD fällt. Eine Veränderung der Schärfe (Fokussierung) kommt durch das Verschieben dieser Linse zustande. Somit ergeben sich unterschiedliche Brennweiten, die nach ihrer Länge eingeteilt werden. Kurze Brennweiten bedeuten die Objektiveinstellung "Weitwinkel", lange dagegen "Tele". Der Weitwinkel hat einen großen Bildwinkel, das Tele einen kleinen. Bei einem großen Bildwinkel bekommt man mehr vom Motiv auf das Bild, als bei einem kleinen, der nur einen Ausschnitt darstellt. Als Normalbrennweite versteht man ein Objektiv mit 50 mm Brennweite, umgerechnet auf die Maße der Kleinbildfotografie.

Nun, das erfaßte Bild trifft auf den CCD-Chip. Es gibt Kameras mit einem CCD und auch solche mit drei CCD\'s. Die 3-Chip-Ausfertigung erhöht wesentlich die Bildqualität, da für jede der drei Grundfarben Rot, Grün und Blau ein ein Chip verwendet wird, der sich nun ganz auf eine Farbe konzentrieren kann. Ein Prisma im Strahlengang trennt die Lichtstrahlen in die Grundfarben auf und leitet sie dem entsprechenden Chip zu. Bei 1-Chip-Modellen muß der CCD alle drei Farben gleichzeitig verarbeiten. Deshalb leidet die Farbwiedergabe. Die 3-Chip-Technik wurde ursprünglich nur für die Fernseh-Berichterstattung entwickelt, setzte sich jedoch dann als Standard durch, ist im Profi-Bereich nicht mehr wegzudenken und erreichte auch im Amateur-Sektor bei Kameras der gehobenen Klasse schon einen großen Stellenwert.

 

Die CCD\'s werden immer weiter entwickelt. Mehr Pixel auf kleineren Flächen sorgen für höhere Auflösungen bei kleiner werdenden Kameras. Die grundsätzliche Arbeitsweise des Chips bleibt dabei jedoch unverändert. Die lichtempfindliche Schicht des CCD reagiert auf das einfallende Licht und erzeugt diesem entsprechende elektrische Impulse. Diese werden in einen kleinen Speicher übertragen. Dieser Zwischenspeicher wird in bestimmten Zeitabständen ausgelesen und die Informationen auf dem Videoband gespeichert. Die Umwandlung des Lichts in elektrische Impulse geschieht für jeden Pixel einzeln. Ein Pixel ist eine fotoempfindliche Diode. Moderne Kameras haben Tausende davon. Es entsteht also ein elektrisches Abbild des einfallenden Lichts.


Die Speicherung:
Die Speicherung auf dem Videoband erfolgt durch die Kopftrommel.Bei der Videoaufzeichnung sind Frequenzen bis zu 5 MHz zu verarbeiten. Um die dadurch hohe Datenmenge auf möglichst wenig Band aufzuzeichnen entwickelte man die Schrägspuraufzeichnung. Dazu sind rotierende Videoköpfe nötig, die auf der Kopftrommel sitzen. Die Videoköpfe können durch die Drehbewegung also schräge Videospuren schreiben oder lesen. In der Regel werden 2 Videoköpfe verwendet. Beim europäischen Fernsehsystem PAL werden die 25 Vollbilder pro Sekunde immer in 50 Halbbilder aufgeteilt. Jeder der beiden Videoköpfe schreibt oder liest die Hälfte der 50 Halbbilder, also 25 Halbbilder.

Weiterhin ist das Auflösungsvermögen des Camcorders wichtig, denn je höher dieses ist, desto schärfer und besser sind die Bilder. In Dokumentationen zu Camcordern liest man unterschiedliche Angaben, die jedoch in Zusammenhang stehen. Manchmal findet man Linien, oder Linienpaare, manchmal auf eine Angabe in MHz. Man muß zwischen der horizontalen und der vertikalen Auflösung unterscheiden, die wichtigere ist die horizontale. Findet man eine Angabe in Linien und teilt diese durch die Zahl 80, erhält man die Auflösung in MHz. Das funktioniert auch umgekehrt, um also von MHz in Linien umzurechnen. Somit lassen sich Camcorder trotz unterschiedlicher technischer Beschreibungen miteinander vergleichen.


Der Weißabgleich:
Ein weiterer Punkt ist der Weißabgleich. Dieser dient dazu, dem Camcorder mitzuteilen, welcher Teil im Bild die Farbe weiß hat. Andere vorhandene Farben werden entsprechend eingestellt, um ein natürliches Bild zu erhalten. Ändert sich die Beleuchtung muß der Weißwert korrigiert werden und die anderen Bildanteile werden nachgeregelt, damit keine Farbstiche entstehen. Dies ist im groben die Aufgabe der Weißabgleich-Automatik, die dem Filmer wesentliche Arbeit abnehmen kann. Es sei denn, die Automatik erkennt keine weißen Anteile im Bild. Dann stellt sich ein Farbstich in die überwiegende Farbe ein. In einem Zimmer mit gelben Tapeten beispielsweise kann es zu einem Gelbstich kommen. In solchen Situation ist Handarbeit angesagt. Man hält ein Stück weiße Pappe in der Licht, welches die Szene beleuchtet und zoomt darauf zu, bis im Sucher nur noch die Pappe zu erkennen ist. Nun wird die Taste für den manuellen Weißabgleich betätigt. Der Camcorder speichert die Lichtreflexion der Pappe als weiß und erkennt nun auch die gelben Tapeten in der richtigen Farbe. Diese professionelle Arbeitsmethode kann jedoch nicht immer stattfinden, da manche Camcorder keine Einstellmöglichkeit für einen manuellen Weißabgleich bieten.

Sollte Ihr Gerät diese Funktion nicht haben, finden sich sicherlich aber zwei Festwerte für Kunstlicht und Tageslicht. Manchmal auch mit "Outdor" und "Indor" bezeichnet. Ob nun der Festwert, die Automatik oder evtl. auch die komplett manuelle Einstellung das beste Resultat bietet, zeigt sich am Besten durch experimentieren.

Sofern die Möglichkeit besteht, schließe ich die Kamera zur Kontrolle an einen Farbfernseher an und erstelle vor Drehbeginn Testaufnahmen mit unterschiedlichen Einstellungen für den Weißabgleich. Somit läßt sich immer ein optimales Ergebnis erzielen.

Dies kostet jedoch einiges an Zeit, die nicht immer vorhanden ist. Und auch ein Farbfernseher findet sich nicht immer. Dann hilft nur eins: Der Trick mit der Pappe oder man verläßt sich auf die Automatik, die ja bei modernen Kameras in den meisten Situation sehr gut arbeitet.

Von www.video-simon.de zur Verfügung gestellter Artikel

 
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