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Bühnenmitschnitte optimal Drucken
So drehen Sie Livemitschnitte

 

Wenn Sie eine Rede, ein Konzert oder eine Sitzung mit Bühnenprogramm (Faschingssitzung) auf Video mitschneiden möchten, ergibt sich häufig ein Problem. Wenn Sie mit nur einer Kamera arbeiten bekommen Sie Tonsprünge bei jedem Schnitt, also wenn die Aufnahme gestoppt und wieder gestartet wird. Das hört sich für den Zuschauer unprofessionell an, außerdem fehlen mitunter wichtige Bestandteile der Rede oder sonstigen Darbietung.

Um dies zu vermeiden müßten Sie die Kamera immer durchlaufen lassen. Dies wird schnell langweilig, da das Geschehen immer nur aus einem Blickwinkel und mit gleicher Perspektive gezeigt wird. Wenn Sie die Zuschauer zeigen wollen, müßten Sie bei laufender Aufnahme durch den Saal schwenken. Spätestens jetzt ist ihr Video "unten durch".

Betrachtet man Mitschnitte, die mit etwas mehr Aufwand erstellt wurden, so findet man neben einem durchgehenden und lückenlosen Ton (ich nehme nun als Beispiel einen Redner) Szenen aus dem Publikum, Großaufnahmen des Redners, die Bühnendekoration etc. Wie geht das?

Des Rätsels Lösung ist eine zweite Kamera. Stellen Sie die Leitkamera (in der Regel die Kamera mit der besseren Qualität) auf ein Stativ und richten Sie das Bild auf den Redner ein. Filmen Sie jedoch keine Großaufnahme. Ich bevorzuge einen Kompromiß, daß der Redner in seinen Gesichtszügen gut zu erkennen ist, aber man noch etwas von der Bühnenumgebung mitbekommt. Diese Stativkamera lassen Sie während der ganzen Veranstaltung durchlaufen. Somit erhalten Sie einen lückenlosen Ton der Darbietung.

Mit Ihrer zweiten Kamera sind Sie mobil unterwegs, können zwischen das Publikum gehen und dieses aufnehmen, den Redner schräg von der Seite zeigen, oder eine Großaufnahme vom Kopf machen... Denken Sie auch an Inserts, kleine Nebensächlichkeiten, wie Blumendekoration auf der Bühne oder den Notizblock eines mitschreibenden Zuhörers mit angesetztem Stift.

Beim Schnitt überspielen Sie zuerst das komplette Material der Stativkamera auf Ihr System. Nun haben Sie quasi schon "die halbe Miete", nämlich ein Video, welches lückenlos in Bild und Ton die Rede dokumentiert. Um nun für Abwechslung zu sorgen, schneiden Sie an passenden Stellen Material der mobilen Kamera dazwischen. Jedes gute Schnittsystem beherrscht diese sog. Insert-Methode, bei der zwar das Bild überlagert, der Ton aber unberührt bleibt. Je mehr Inserts Sie setzen und je vielfältiger diese vor Ort aufgenommen wurden, desto aufgelockerter wird das Video. Natürlich können Sie auch mit einem Übergangseffekt beispielsweise den Redner in das Publikum überblenden. Aber denken Sie daran, daß zuviele Effekte das Video "versalzen" können. Sparsamer Einsatz dagegen wird von den Zuschauern wohlwollend gesehen.

Dies ist die unter Hobbyfilmern häufig eingesetzte Methode, da man hier noch alleine arbeiten kann. Achten Sie nur darauf, Ihre Stativkamera so zu postieren, daß keine Zuschauer über das Stativ stolpern können, bzw. keine Kabel im Weg liegen.

Noch bessere Ergebnisse erzielen Sie mit drei Kameras. Jedoch ist dann mindestens ein Helfer nötig. Zusätzlich zur Festposition nimmt der zweite Kameramann mit der zusätzlichen Stativkamera Zoom-Fahrten auf und vom Redner, sowie Großaufnahmen von der Bühne auf. Das erhöht natürlich auch die Schnittarbeit, wirkt aber schon fast wie im Fernsehen.

Optimal wäre folgende Situation: Drei Kameras mit jeweils einem Kameramann, deren Signale direkt vor Ort auf einem Bildmischer geschnitten und auf einen DV-Recorder aufgezeichnet werden. So bringt man schon ein Master mit abwechslungsreichen Schnitten und durchgehendem Ton mit nach Hause. Allerdings ist hier ein weiterer Helfer nötig, der den Bildmischer bedient und die Kontrollmonitore im Auge hat. Denn vom Mann (oder der Frau *g*) am Mischer hängt der Bildschnitt ab. Da bei dieser Methode nicht im Camcorder, sondern auf dem Masterrecorder aufgezeichnet wird, sind Fehler nicht mehr zu beseitigen. Drehen Sie zusätzlich einige Inserts auf dem Kameralaufwerk, um evtl. vorhandene Patzer im Masterband nachträglich überdecken zu können.

Leider läßt sich diese Lösung aufgrund mangelnder Ausrüstung bzw. technisch versierter Personen im Hobbybedreich so gut wie nicht umsetzen. Jedoch lassen sich mit der Ein-Mann und Zwei-Kamera-Lösung auch gute Ergebnisse erzielen. So habe ich beispielsweise eine Faschingssitzug aufgezeichnet.

Übrigens, ein Tip am Rande. In vielen Orten gibt es sog. "Offene Kanäle", bei denen sich Amateure mit etwas Glück Videoequipment gegen geringe Gebühren ausleihen können...

Und nun noch zum Ton: Mit dem eingebauten Mikrofon Ihrer Kamera (ich spreche jetzt hier von der Stativkamera) können Sie natürlich keine Rede oder Faschingssitzung aufnehmen. Dies würde zu viele Nebengeräusche aufzeichnen, wie Stühle klappern, Huster aus dem Publikum, Rauschen etc...

Erkundigen Sie sich rechtzeitig vor Veranstaltungstermin nach dem zuständigen Tontechniker. Bitten Sie diesen um Unterstützung. Optimal wäre ein Direktanschluß am Mischpult oder der Saal-Verstärker-Anlage. Im Normalfall stellt jede Anlage einen Tonausgang zur Verfügung. Erkundigen Sie sich nach der dortigen Buchse und vermessen Sie die Kabelstrecke bis zum Standpunkt der Stativkamera. Ihr Kabel muß sich natürlich an der entsprechenden Out-Buchse der Verstärkeranlage anschließen lassen. Notfalls Adapter verwenden. Wenn die Kamera keinen Line-Eingang hat, besorgen Sie sich einen Line-to-Mic-Konverter. Dieser kleine Umsetzer ermöglicht er, die hochpeglichen Signale von Mischpulten etc. an die für niedrige Pegel ausgelegte Mikrofonbuchse anzuschließen. Verwenden Sie diesen Konverter nicht, ergeben sich Verzerrungen in der Tonaufnahme. Zusätzlich können Sie die Saal-Ton mit einem externen Mikrofon auf Ihrer zweiten Kamera aufnehmen, In bestimmten Passagen klingt es besser, mit geringer Pegel zusätzlich zur Aufnahme vom Mischpult etwas Ton vom Mikrofon zu mischen. Dafür können Sie dann die Tonaufnahmen der Zweitkamera verwende. Das entscheidet sich dann am Schnittplatz.

Sollte die Möglichkeit einer Tonabnahme am Mischpult oder Verstärker des Veranstaltungs-Tontechnikers nicht möglich (zu lange Kabelwege) oder nicht erlaubt sein, geht nur die "Notlösung"... Zwei Gute Monomikrofone vor der Bühne, eines etwas nach links, das andere etwas nach Rechts ausgerichtet. Achten Sie bei der Positionierung darauf, daß die Mikrofone in etwas in Richtung der Lautsprecher ausgerichtet sind. Klanglich ist das zwar nicht so gut wie die andere Lösung, aber Sie erhalten immerhin einen verständlichen Ton, Nebengeräusche sind jedoch nicht auszuschließen. Das linke Mikro kommt an den linken Kanal, das rechte an den Rechten. Auch hierfür gibt es spezielle Stecker, die diese Art des Anschlusses am Camcorder ermöglichen.

Sollten Sie weitere Tips zu diesem Thema benötigen, können Sie mich gerne dazu ansprechen. Und: Vor der Veranstaltung RECHTZEITIG Proben machen, wenn noch Zeit ist, um im Notfalls etwas zu besorgen oder zum Improvisieren. Am besten schon einige Tage vorher Testaufnahmen erstellen und diese zu Hause ansehen.

Von www.video-simon.de zur Verfügung gestellter Artikel

 
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