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Tipps zum Kamera-Dreh Drucken
Die folgenden Tipps sind entstanden aus den Nöten, die man bei Schnitt und Nachbearbeitung von Video-Material oft hat. Wenn man vor der Aufgabe steht, das vorgelegte Video-Material zu schneiden, stellt man immer wieder die gleichen Fehler beim Kameradreh fest, die man auch durch mühsame Nachbearbeitung nicht korrigieren kann. Wenn Sie die folgenden Tipps beachten, können Sie eine Menge dieser Fehler vermeiden.


Kamera

Rechtzeitig vor dem Drehtermin sollten Sie die leere Camcorder-Kassette einmal mit geschlossenem Objektiv-Deckel bespielen. Grund: wenn man bei der Aufnahme nicht ganz konzentriert arbeitet und immer am letzten (oder vorletzten ...) Bild der vorangehenden Szene ansetzt, entstehen leere Stellen auf dem Band. Der Camcorder fängt also mitten auf dem Band wieder mit Sekunde 0 an zu zählen. Damit kommen die meisten Schnittsysteme nicht zurecht - insbesondere bei Szenenerkennungs- und Batch-Capturing-Software kommt es zu Problemen.

Am Anfang des Bandes sollte sich keine wichtige Szene befinden, da der Schnittcomputer die allererste Szene der Videocassette nicht gut ansteuern kann. Nehmen Sie am Anfang der Cassette am besten einfach 20 Sekunden Schwarzbild - oder einige Minuten O-Ton (siehe unten) auf.

Die meisten DV-Schnittsysteme arbeiten mit der Audio-Einstellung “16 Bit, 48 kHz”. Überprüfen Sie dies im Handbuch bzw. bei den Projekteinstellungen Ihrer Schnittsoftware und wählen Sie die entsprechende Option im Einstellungsmenü Ihres Camcorders (falls sie nicht schon voreingestellt ist).

Die Aufnahmen sollten in der Regel mit einem Stativ gedreht werden. Beachten Sie, dass Amateurstative i.a. nur für die unbewegte Kamera geeignet sind. Stative, mit denen man die Kamera ruhig und ohne Ruckeln schwenken kann, sind sehr teuer (fluid-gelagert). Vermeiden Sie also auch bei der Verwendung eines Stativs unnötige Schwenks. Wenn ein Schwenk sein muss: es ist besser, aus der Hand zu schwenken, als mit einem schlechten Stativ.

Ein zusätzliches Argument für ein Stativ besteht, wenn Sie die Absicht haben, Ihr Endprodukt als *.mpg-Datei bzw. (Super-) VideoCD oder Video-DVD zu speichern. *.mpg-Dateien werden so komprimiert, dass nur nach (z.B.) 15 Bilder ein Vollbild gespeichert wird, dazwischen nur die Unterschiede zwischen den Einzelbildern. Bei der Arbeit mit dem Stativ braucht daher in der Regel nur wenig Neues von Bild zu Bild berechnet werden, bei minimalen Bewegungen des Camcorders jedoch müssen bereits weite Teile des Bildes neu gespeichert werden. Das kann auf Kosten der Detailgenauigkeit in bildwichtigen Bereichen gehen.

Wenn gerade kein Stativ zur Hand ist, kann man die Kamera bei der Aufnahme auch auf eine sonstige feste Unterlage stellen. Praktisch ist dabei ein mit Reis ... gefülltes Säckchen, auf das man die Kamera legen und so genau auf das Objekt ausrichten kann.

Wenn Sie wirklich “aus der Hand” drehen müssen, sollten Sie jede Möglichkeit nutzen, die Camera trotzdem ruhig zu halten - z.B. indem Sie ruhig und sicher sitzen und die Camera auf dem Schoß deponieren, oder beim Stehen, die Camera fest an den Oberkörper drücken. Man sieht immer wieder Leute, die mit der einen Hand in der Hosentasche lässig die Camera mit der anderen Hand führen - und fragt sich, wer sich solche Bilder ansehen soll. Solche Aufnahmen führen auch bei bester elektronischer Korrektur (die im übrigen auch auf Kosten der Bildschärfe geht) zu Verwacklungen, die die Zuschauer bei der Vorführung an den Rand des Erbrechens bringen.

Müssen Sie Szenen „aus der Hand“ drehen, vermeiden Sie unbedingt die Tele-Einstellung (z.B. 80 mm Brennweite beim Video-Objektiv). Nur in der Weitwinkel-Stellung (z.B. 8mm Brennweite) kann die Kamera mit der Hand ausreichend ruhig gehalten werden. Dabei sollten Sie zum Ausgleich nah an das Objekt herangehen.

Vermeiden Sie überflüssiges Zoomen. Unterschiedliche Einstellungsgrößen (s.u.) bieten jedoch willkommene Abwechslung.

Bei der Aufnahme eines Gesprächs ist es nicht sehr professionell, die Kamera von dem einen zum anderen Beteiligten hin und her zu schwenken. Viel besser sind hier „harte Schnitte“, so dass in der einen Kamera-Einstellung der eine Gesprächsteilnehmer, in der anderen der andere zu sehen ist.

Vermeiden Sie dabei sogenannte „Achssprünge“. Bei der Aufnahme eines Fußballspiels z. B. stehen die Kameras immer auf einer Seite des Spielfeldes. Wenn es anders wäre, würden die Zuschauer durcheinanderkommen.

Wenn Sie eine Szene aufnehmen wollen, in der es auf Sprachverständlichkeit ankommt, sollten Sie entweder ein externes Mikrophon benutzen oder - wenn Sie auf das eingebaute Mikro des Camcorders angewiesen sind - sich mit der Kamera nicht zu weit von den Darstellern entfernen. Sonst übertönen die immer vorhandenen Störgeräusche (Laufgeräusch des Camcorders ...) das Nutzsignal (den gesprochenen Text der Darsteller). Vom akustischen Standpunkt ist also eher eine Weitwinkeleinstellung zu empfehlen. Andererseits gilt vom fotografischen Standpunkt her ein leichtes Tele als klassische Portraiteinstellung,. Hier gilt es, für jede Situation einen sinnvollen Kompromiss zu finden.

Besonders wichtig ist die Ruhe der Kamera bei still stehenden Objekten wie bei der Abbildung eines Gegenstandes oder eines Plakates. Hier ist wieder ein Stativ unverzichtbar. Auch sollte - wenn geschnitten werden soll - darauf geachtet werden, dass man solche stillstehenden Objekte lange genug filmt.

Besonders bei Videoclips wird oft eine bewegte Kamera verwendet. Finden Sie Möglichkeiten, dass die Kamera trotzdem möglichst ruhig gehalten werden kann - z. B. indem Sie die Kamera, das Kamerastativ oder auch gleich die/den Kamerafrau/-mann auf einem Wagen fahren.

Experimentieren Sie mit ungewöhnlichen Perspektiven – auf der horizontalen Ebene (von vorn/seitlich/von hinten) wie auf der vertikalen (Vogel-/Froschperspektive). Es gibt kaum etwas Langweiligeres als Filme, die durchweg in Augenhöhe gedreht werden.

Ebenso kann man die gleiche Szene mit verschiedenen Einstellungsgrößen drehen (Totale, Halbtotale, Nahaufnahme, Detailaufnahme). Gerade Nahaufnahmen des Gesichts, der Hände oder sonstiger Details können sehr gut als wirkungsvolle Zwischenschnitte verwendet werden.

Beurteilen Sie bewusst die Wirkung einer jeden Kameraeinstellung. Stellen Sie sich vor, wie das kleine Bild, das Sie im Sucher sehen, auf dem Bildschirm wirkt.

Suchen Sie nach ungewöhnlichen Bildern, ungewöhnlichen Perspektiven, stellen Sie an sich selbst den Anspruch, Bilder zu zeigen, die es im TV noch nicht zu sehen gab.

Versuchen Sie, unbekannte Objekte zu zeigen oder aber - was genauso attraktiv sein kann - bekannte Objekte auf ungewöhnliche Art und Weise.


Requisiten

Planen Sie genau - bzw. im Team: sprechen Sie genau ab, wer aus dem Team was (Kamera, Requisiten, Kleidungsstücke etc.) zur Aufnahme mitzubringen hat.

Achten Sie darauf, dass im Hintergrund keine Dinge zu sehen sind, die die Bildwirkung stören könnten (Kabel, Kamerataschen, Kleidungsstücke ...).


Licht

Das Licht ist für die Bildwirkung sehr wichtig. Wenn das Licht aus Richtung der Kamera auf das Objekt fällt, ist das Bild meist scharf und die Farben sind satt. Eher selten sind auch andere Effekte erwünscht: bei Gegenlicht verschwimmen die Formen oft und die Farben des Objekts wirken blass - oder sie erscheinen als Schattenrisse.

Bei Aufnahmen in Räumen, sofern sie nicht  hell durch das Tageslicht ausgeleuchtet werden, ist im allgemeinen eine Beleuchtung mit Scheinwerfern erforderlich.

Eine Mischbeleuchtung durch natürliches und künstliches Licht bringt wegen der unterschiedlichen Farbtemperaturen einige Schwierigkeiten und Unsicherheiten mit sich, kann aber manchmal durchaus reizvoll sein.

Wenn Sie ohne Scheinwerfer arbeiten, sollte der Kameramann, um nicht gegen das Licht filmen zu müssen (s.o.), von der Fensterseite aus filmen . Wenn der Raum zu tief ist, kann der Hintergrund leicht zu dunkel werden; vielleicht können Sie dies vermeiden, indem Sie nicht gerade in den Raum hineinfilmen, sondern eher schräg.

Sie werden normalerweise mit der Belichtungsautomatik arbeiten. Diese kann nicht ohne weiteres erkennen, was im Bild wichtig und hervorhebenswert ist. Wenn der Hintergrund sehr hell ist oder gar Scheinwerfer in das Objektiv strahlen, denkt die Automatik: „Jetzt wird’s zu hell“, blendet ab - und der Darsteller steht im Dunkeln.

Versuchen Sie, gerade bei Tageslicht zügig zu drehen. Grobe Sprünge in Lichtstimmungen fallen leicht auf.

An den Schnitt denken

In der Regel muss das aufgenommene Videomaterial nachbearbeitet bzw. geschnitten werden. Wenn geschnitten werden soll, gehen Sie großzügig mit dem Video-Material um. Drehen Sie  z.B. mehrere Versionen derselben Szene, damit die beste herausgesucht werden kann.

Für die Schnitt-Montage ist es günstig, wenn dabei die Perspektive häufiger gewechselt wird. Wenn z.B. zwei Sätze des gleichen Sprechers zusammengeschnitten werden sollen, sieht man den Übergang, wenn die Kamera-Einstellung gleich bleibt; wechselt jedoch die Perspektive, fällt der Übergang kaum auf. Es kann daher sehr günstig sein, die gleiche Szene aus verschiedenen Perspektiven zu drehen (s.o.).

Zu Beginn jeder Aufnahme sollte die Nummer der Szene im Drehbuch (bei laufender Kamera) genannt werden, sowie die Nummer des Takes (des Aufnahmeversuchs).

Vor der Kamera

Bei Amateuren wird die Kamera oft zu spät eingeschaltet und so der Anfang der Szene weggeschnitten. Profis arbeiten daher mit den Kommandos „(Licht -Ton) Kamera läuft - Action!“. Das sollte gleichzeitig für die Darsteller das Signal sein, sich voll auf ihre Rolle zu konzentrieren (und z.B. das übliche Verlegenheitsgrinsen abzulegen).

Entsprechend sollten die Darsteller solange ihre Rolle spielen, bis der Kameramann am Schluss der Szene sein O.K. gibt.

Die Darsteller sollten sich in die Personen „hineinversetzen“, die sie zu spielen haben.

Der Akteur sollte die Kamera nicht mit seinen Augen „suchen“. Er sollte gar nicht zur Kamera schauen - oder direkt in sie hinein.

Absolute Ruhe der Nichtschauspieler! Während der Aufnahme darf nichts - kein Geräusch und keine Stimme - zu hören sein, das nicht zum geplanten Film gehört.

Ton

Nehmen Sie Ton (Sprache aus dem Off, Geräusche, Geräuschatmo ...) möglichst gleich mit der Kamera auf. Wenn Sie über geeignete Audio-Recorder und einen “Toningenieur” (was bei Amateuren eher selten der Fall sein dürfte) verfügen , kann mit speziellem Audio-Equipment natürlich eine bessere Qualität erreicht werden, aber mit dem Camcorder ist es einfacher, praktischer und weniger stressig. Bei Sprachaufnahmen aus dem Off sollten Sie sich dem (Camcorder-?) Mikrofon bis auf eine Entfernung von ca. 20 cm nähern. So ist der Störabstand (der Abstand zwischen dem Pegel des Nutzsignals und dem der Störgeräusche) am günstigsten.

Manchmal ist es günstig, eine Szene insgesamt mit einer Haupt-Kamera (-Einstellung) zu filmen und den Ton dieses Takes für die gesamte Szene zu verwenden. Die Bildebene kann beim Schnitt durch verschiedene Inserts (andere Perspektiven, andere Bildgrößen s.o.) abwechslungreicher gestaltet werden.

Der Cutter wird Ihnen dankbar sein für reichliche O-Töne zur Schaffung eines realistischen  Hintergrunds und richtiger akustische Atmosphäre.

Von www.videofilmertipps.de zur Verfügung gestellter Artikel.

 
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